Was passiert bei Jodmangel?
  Bei chronischem Jodmangel wird ein körpereigener Regulationsmechanismus in Gang gesetzt, der meist zu einer Vergrößerung der Schilddrüse führt, d. h. es kommt zur Kropfbildung. Da durch die Vergrößerung der Produktionsstätte der Schilddrüsenhormone ein gewisser Ausgleich geschaffen werden kann, liegen die T4 und T3 Blutspiegel anfangs meist im Normbereich, so daß der Kropf lange Zeit als "Schönheitsfehler" interpretiert wurde. Aber:

Der Kropf ist kein kosmetisches Problem, sondern ein alarmzeichen für Jodmangel!

Bei ausgeprägterem Jodmangel kommt es zu einem Anstieg des schilddrüsenstimulierenden Hormons (TSH). Kann die Schilddrüse, obwohl sie vermehrt durch TSH angefeuert wird, nicht mehr genügend T4 und T3 bilden, so ist eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) eingetreten.

Die unzureichende Jodversorgung drückt sich in folgenden Zahlen aus: Mindestens ¼ aller Frauen geht bereits mit einer vergrößerten Schilddrüse in die Schwangerschaft hinein. Dahinter verbirgt sich in etwa 1/6 eine unerkannte Schilddrüsenunterfunktion. Viele Frauen entwickeln allerdings erst im Laufe einer Schwangerschaft einen Kropf bzw. eine Hypothyreose, da der Jodbedarf in der Schwangerschaft ansteigt. Bei Raucherinnen bzw. Frauen, die erst nach Feststellung einer Schwangerschaft mit dem Rauchen aufgehört haben (aber auch bei Schwangeren, deren Ehemänner rauchen), ist die Kropfneigung besonders ausgeprägt, da durch das Rauchen Stoffe gebildet werden, die zu einer "Jodverwertungsstörung" führen.
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