Wie kann der Jodmangel vermieden werden?
  Als Basismaßnahme sollten Seefisch und Milch regelmäßig verzehrt werden. Jodiertes Speisesalz (Jodsalz), meist erkennbar an einer gelben Verpackung, wird im Lebensmittelhandel zum Kauf und zum freiwilligen Verzehr angeboten und sollte in keinem Haushalt fehlen. 10 g davon enthalten etwa 200 µg Jod. In der Tat nimmt ein Mann etwa 10 g, eine Frau ca. 8 g Kochsalz am Tag mit der Nahrung auf, so daß damit rein theoretisch der Jodbedarf gedeckt werden könnte. In der Praxis ist dies allerdings nicht gewährleistet, da insbesondere bei industriell hergestellten Nahrungsmitteln nicht generell Jodsalz verwendet wird, obwohl in Deutschland gesetzliche Voraussetzungen dies ermöglichen. Durch Lagerung, Aufkochen und Backen verflüchtigt sich ein Teil des in einer Speise enthaltenen Jods. Selbst bei dem jodreichsten Nahrungsmittel, dem Seefisch geht bei der Zubereitung ein Teil des enthaltenen Jods verloren. Wollten wir uns ausreichend mit Jod durch "natürliche" Ernährung versorgen, so müßten wir jeden Tag Meeresfrüchte essen, was wohl nicht einmal Küstenbewohner tun dürften. Das läßt folgenden Schluß zu:


Der tägliche Jodbedarf ist in Deutschland über die Nahrungsaufnahme praktisch nicht zu decken!

Um den besonders hohen Jodbedarf in Schwangerschaft und Stillzeit auszugleichen, empfiehlt der Arbeitskreis Jodmangel* (ein Gremium aus Ärzten und Ernährungswissenschaftlern) - neben der generellen Verwendung von Jodsalz - zusätzlich die Einnahme von 200 µg Jod in Form von Tabletten. Diese sogenannten Jodid-Tabletten enthalten das Jod als Kaliumsalz (Kalium-Jodid), wie es auch in Lebensmitteln vorkommt. Jodid-Tabletten sind rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich. In der empfohlenen Dosierung ist nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen. Auch Allergien sind nicht zu befürchten.

*Arbeitskreis Jodmangel
Postfach 15 41
64505 Groß-Gerau


Frauen die wegen eines Kropfes oder Schilddrüsenunterfunktion bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft mit Schilddrüsenhormonpräparaten behandelt werden, sollten die Therapie in der Schwangerschaft fortsetzen. Zur ausreichenden Jodversorgung des Kindes sollten jedoch zusätzlich 200 µg Jodid eingenommen werden.


Zum Schluß ein allgemeiner Rat:

Geben Sie allen Ihren Kindern jeglichen Alters bzw. nehmen Sie selbst täglich eine Jod-Tablette zumindest an den Tagen, an denen kein Seefisch gegessen wird.

Wenn Sie weitere Fragen zum Thema "Jodmangel" haben, wenden Sie sich an den Arbeitskreis Jodmangel oder die Firma Merck KGaA, (Frankfurter Str. 250, 64271 Darmstadt), Tel. 06151/72-6151.
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