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In welchen Fällen wird eine Radiojodbehandlung durchgeführt? |
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Eine Radiojodbehandlung kann bei
- vergrößerter Schilddrüse,
- heißen Knoten,
- der Basedowschen Krankheit oder
- dem Schilddrüsenkrebs
durchgeführt werden. Sie wird meist dann vorgenommen, wenn eine
Operation nicht so günstig erscheint. Dies kann beispielsweise bei
älteren Patienten oder schwerwiegenden Begleiterkrankungen zutreffen.
Auch Zweit- oder Drittoperationen bergen aufgrund des bereits vorhandenen
Narbengewebes ein erhöhtes Operationsrisiko, das durch eine Radiojodbehandlung
vermieden werden kann.
Die Behandlung mit Radiojod wird beziehungsweise kann nicht angewendet
werden bei
- Schwangeren und Stillenden sowie
- bei kalten Knoten.
Wie wird das Radiojod aufgenommen?
Meist erhält der Patient das Radiojod am Tag der Aufnahme in eine
nuklearmedizinische Therapie-Einheit in Form einer Kapsel. Das Radiojod
wird insbesondere von überaktiven Schilddrüsenzellen angereichert.
Es ist weder zu schmecken noch zu fühlen. Gelegentlich kann ein Anschwellen
der kranken Schilddrüse auftreten.
Die Wirkung der Behandlung beruht auf der beim Zerfall des Radiojods
ausgesandten Strahlung. Die Reichweite der sogenannten Beta-Strahlen beträgt
lediglich etwa zwei Millimeter und ist damit auf die Schilddrüsenzellen
beschränkt, so daß eine Schädigung der Nachbarorgane nicht
erfolgt.
Wieso wird man isoliert, was passiert während der Quarantäne?
Während der Behandlung bleiben die Patienten aus Strahlenschutzgründen
zusammen auf der nuklearmedizinischen Station. Das von der Schilddrüse
nicht aufgenommene Radiojod wird mit dem Harn ausgeschieden und über
besondere Toilettenanlagen gesammelt, so daß die radioaktive Substanz
nicht in die öffentlichen Abwässer gelangt. Während der
Quarantäne können sich die Patienten innerhalb der Station frei
bewegen und sich gemeinsam beschäftigen. Ein Besuch durch Angehörige
oder Freunde ist nicht möglich. Der Patient hat aber in der Regel
durch ein Telefon in seinem Zimmer die Möglichkeit, Kontakt mit diesen
aufzunehmen.
Wie lange muß der Patient im Krankenhaus bleiben?
Die Radiojodbehandlung erfolgt in Deutschland während eines fünf-
bis vierzehntägigen Aufenthaltes in speziellen nuklearmedizinischen
Abteilungen größerer Kliniken. Die tatsächliche Aufenthaltsdauer
ist abhängig von der Menge des Radiojods, das zur persönlichen
Behandlung erforderlich ist.
Im europäischen Ausland brauchen die Patienten nach Gabe kleinerer
Radiojodmengen nicht im Krankenhaus zu bleiben.
Wie geht es zu Hause weiter?
Der Patient kann sich zu Hause wie gewohnt beschäftigen. In den
ersten Wochen nach der Entlassung sollte jedoch enger Kontakt mit strahlenempfindlichen
Personen wie Schwangeren und Kleinkindern vermieden werden. Wie auch nach
einer Operation ist jetzt meist die Gabe von Schilddrüsenhormon-Tabletten
notwendig, um ein erneutes Schilddrüsenwachstum zu verhindern oder
die durch die Radiojodbehandlung eingeschränkte Leistung der Restschilddrüse
zu unterstützen.
Gibt es Risiken? Wenn ja, welche?
Die Bedenken der Patienten gegenüber der Radiojodbehandlung werden
in erster Linie durch die generelle Angst vor Radioaktivität verursacht.
Diese sind jedoch unbegründet. Bisher sind - bei über 50jähriger
millionenfacher Anwendung dieser Behandlung - keine negativen Auswirkungen
beobachtet worden.
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