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Symptome |
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In der Regel schleicht sich die Krankheit sehr heimlich
und langsam ein. Der Patient spürt zwar, daß seine Kräfte allmählich nachlassen und
seine Stimmung oft sinkt, aber er glaubt, gestreßt zu sein und durch eine entsprechende
Ruhephase wieder "auftanken" zu können. Erst, wenn er den Weg zur Arbeitsstelle
oder zum Einkaufen nur noch mit Mühe bewältigt, wenn er beim Kaffeetrinken vor Zittern
die Tasse kaum noch halten kann, wenn ihm aufgrund der Vergrößerung der Schilddrüse
beim Schlucken der Hals kurzzeitig wie zugeschnürt ist, wenn das Herz bei hohem Puls bis
zum Halse schlägt, beim Treppensteigen Atemnot besteht, die Darmtätigkeit verstärkt
wird oder sich gar Brechreiz einstellt, sucht er Rat beim Arzt. Dann wird es höchste
Zeit, der Hormonvergiftung im Körper entgegenzuwirken. Denn das Nichtbeachten dieser
Anzeichen kann zur Ohnmacht oder gar zum Tode führen.
Mit der Behandlung durch den Arzt setzt bei regelmäßiger
Einnahme der verordneten Medikamente eine allmähliche Besserung des Zustandes des
Patienten ein. Nach den ersten Wochen wird der Körper ruhiger, dennoch
"kämpft" er weiter. Plötzliche Schweißausbrüche, feuchte Hände, Rast- und
Schlaflosigkeit (trotz eines großen Bedürfnisses nach Ruhe, Harmonie und Geborgenheit),
rasches Wachsen der Finger- und Zehennägel und der Haare, aber auch brüchige Finger- und
Zehennägel, Haarausfall, trockene, welke Haut (besonders auf dem Handrücken) sind
Symptome für Basedow - Hyperthyreose.
Im Unterbewußtsein lebt der Basedow-Patient ständig mit
dieser Krankheit, und er ist stets darauf bedacht, die überaktiven Nerven- und
Körperzellen unter Kontrolle zu halten. Alle Körperfunktionen laufen rascher ab. Die
innere Unruhe treibt ihn vorwärts, und die Umwelt stellt sich ihm kontrastreicher dar als
bisher. Die Sinne sind für alles weit geöffnet; das heißt: Die Gefühlsskala wird,
bedingt durch die Überaktivität aller Körper- und Nervenzellen, breiter, farbiger und
auch differenzierter. Daraus resultieren dann auch himmelhoch jauchzende
Gefühlsausbrüche oder gar schärfste Aggressionen. Soeben war der Erkrankte noch
fröhlich und ausgelassen, doch schon im nächsten Moment ist er unerbittlich und
rechthaberisch. Nicht selten fällt es dem Patienten schwer, seine Gefühle und Gedanken
richtig zu steuern. Kleine freudige Überraschungen, ein anregendes Gespräch oder eine
plötzliche Begegnung reichen aus, um die Gefühlswelt in große Wallungen zu bringen.
Basedow-Patienten spüren, wie sich ihr Körper "hochschaukelt", und sie sind
dennoch nur mit Mühe in der Lage, die Situation zu beeinflussen. Nach schwerer
körperlicher oder länger andauernder geistiger Tätigkeit ist der Erkrankte zwar
glücklich, daß er sich selbst wieder einmal "besiegt" hat, aber sein Körper
braucht nun Tage, um allmählich wieder zum "Normalzustand" zurückzufinden.
Ebenso reicht ein kleines Ärgernis oder das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein,
aus, um die Hormone innerhalb weniger Stunden wieder in die Höhe zu treiben. Der Abbau
dagegen dauert sehr lange!
Ärzte und die Außenwelt werten den Gemütszustand
Basedow-Kranker als psychisch labil, während die Patienten ihn oft auch als sehr qualvoll
empfinden.
Für ihre Umgebung werden die Patienten dadurch oft zu
einem Problem. Während sie sich im Berufsleben beherrschen und ihr Verhalten
kontrollieren, entladen sie sich zu Hause. Deshalb ist es notwendig, mit dem/der PartnerIn
und der Familie über die Auswirkungen der Krankheit auf den Gemütszustand zu sprechen,
damit diese begreifen, was in dem Patienten vorgeht.
Nachfühlen kann es niemand!
An Morbus Basedow Erkrankte arbeiten mit
doppelter Energie und mit doppeltem Engagement, um Normales zu erreichen! Deshalb sollten
sie sich bewußt auf ein geringeres Maß an Arbeit und auf regelmäßige Ruhephasen
einstellen.
Eines der belastendsten Symptome für Basedow-Patienten
sind die Augenbeschwerden, die der Schilddrüsenüberfunktion vorauseilen oder sich
dann im Verlauf der Krankheit einstellen.
Nur bei etwa 33% der Patienten mit Morbus Basedow zeigt
sich kein Augenleiden.
Besonders gefährdet für starke Augenveränderungen sind
Raucher oder auch "Mitraucher".
Während bei leichtem Verlauf und zu Beginn der Krankheit
die Augen "nur" gerötet sind und tränen, kommt es bei schwereren Fällen zu
Lichtempfindlichkeit und Fremdkörpergefühl. Die Stirne und die Schläfen brennen und
schmerzen, und ein leichtes Streichen über die geschlossenen Augen (z.B. beim
morgendlichen Waschen) verursacht ein unangenehmes, schmerzendes Druckgefühl. Die
Tränensäcke und die Augenlider schwellen an. Oft kribbeln die Augenlider oder die Augen
beginnen plötzlich zu "dampfen", so daß Brillenträgern die Brille anläuft.
Bei Überanstrengung platzen kleine Äderchen. Beim Fernsehen oder beim Lesen sieht der
Patient nicht mehr genau oder es entstehen zeitweilig Doppelbilder. Brillenträger glauben
zunächst, es läge an ihrer Brille.
Die Augenmuskeln und das Fettgewebe schwellen an und
drücken die Augen nach vorn.
In der Medizin spricht man von endokriner Ophthalmopathie
mit den Stadien 0 bis VI (d.h. keine Anzeichen bis zum Sehverlust infolge
Sehnervbeteiligung).
Nicht selten sind die großen Augen für Mitmenschen
Anlaß zu taktvollen oder auch taktlosen Bemerkungen. Das verletzt die ohnehin
angeschlagene Psyche der Patienten mit Morbus Basedow noch mehr.
Versuchen Sie, sich auf diese Krankheit einzustellen.
Je bewußter und vernünftiger Sie selbst mit Ihrer Krankheit umgehen, desto größer sind
die Heilungschancen und -ergebnisse.
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