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Die Behandlung durch den Arzt |
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Nach umfassender Untersuchung (Abtasten und Abhören der
Schilddrüse, Sonographie, Szintigraphie und Blutuntersuchung) legt der Arzt die
Medikamentation fest. Es gibt heute Möglichkeiten, in das Krankheitsgeschehen
einzugreifen. Gegen die Antikörperbildung und ihre Wirkung auf die Thyreozyten hat man
noch kein Medikament gefunden. Also kann man nur die Symptome behandeln.
Für die Schilddrüse verordnet Ihnen Ihr Arzt Schilddrüsenhemmer
(Thyreostatika), damit die Trijodthyronin- und meist auch die Thyroxinwerte
sinken. Trijodthyronin (T3 oder auch FT3) und Thyroxin (auch Tetrajodthyronin oder T4
bzw. FT4 genannt) sind Hormone, die die Schilddrüse produziert.
Anfangs erhalten Sie eine hohe Dosis. Nach Kontrolle der
Verträglichkeit und der Hormonwerte der Schilddrüse im Blut wird im Laufe der folgenden
Wochen vom Arzt die Dosis herabgesetzt. Bitte verändern sie die verordnete Dosis nicht
selbständig. Dadurch würde der Arzt ein falsches Bild ihres Krankheitsverlaufes
bekommen und den Heilungsprozeß nicht mehr optimal steuern können!
Gegen das Herzrasen, gegen die oft auch auftretenden
Herzbeschwerden und zur Minderung der inneren Unruhe verordnet Ihnen Ihr Arzt ebenfalls
Medikamente.
Vertrauen Sie sich Ihrem Arzt an, wenn Sie der Meinung
sind, daß die Dosis der Beruhigungstabletten größer sein müßte, um zu ausreichend
Schlaf und innerer Ruhe zu finden oder ob Sie bei Bedarf (z.B. nach einer aufregenden
Situation) die Dosis leicht steigern können.
Sollte eine medikamentöse Behandlung Ihr Leiden nicht
beheben, wird der Arzt nach ungefähr einem Jahr die teilweise oder fast totale Entfernung
der Schilddrüse empfehlen; eine Heilmethode, die sehr guten Erfolg verspricht, besonders
auch im Hinblick auf die Rückbildung der Basedow-Augen. Zögern Sie nicht lange und
verschieben Sie die Operation nicht auf einen späteren Zeitpunkt. Die
Verkleinerung der Schilddrüse bringt Ihnen die lang ersehnte innere Ruhe und
Ausgeglichenheit.
Kommt eine operative Behandlung nicht in Frage und war die
Behandlung mit Thyreostatika erfolglos, besteht auch die Möglichkeit einer Radiojodtherapie,
d.h. das Schilddrüsengewebe wird mit einer für jeden Patienten individuell berechneten
Dosis radioaktiven Jods angereichert.
Was kann gegen das Basedowsche Augenleiden getan
werden?
Neben dem Internisten / Endokrinologen und dem Hausarzt
wird der Augenarzt hier ein beratender Partner sein.
Zur Linderung der Entzündung und der Trockenheit der
Augen bekommen Sie Augentropfen verschrieben. Auch regelmäßige kalte Kompressen oder
Augenbäder mit täglich frisch aufgebrühtem, auf Zimmertemperatur abgekühltem Tee aus
"Augentrost-Tee" und die Einnahme von Vitamin B-Komplex forte-ratiopharm
kann Linderung bringen.
Eine getönte Brille hilft Ihnen gegen die
Lichtempfindlichkeit.
Um der Gewebeflüssigkeit guten Ablauf in die
Lymphgefäße und weiter in die Venen zu gewähren, muß der Kopf nachts unbedingt
hochgelagert werden. Dadurch wird der Druck auf die Augen gemildert.
Zur Unterstützung der Nackenmuskulatur beim Liegen haben
sich mit Granulat gefüllte Kissen oder Nackenhörnchen aus dem Reformhaus bewährt.
In größeren Abständen mißt der Augenarzt Ihre
Augenwinkel, um zu erkennen, ob die Augen weiter aus den Höhlen getreten sind. Sollte der
Prozeß doch weiter voranschreiten, wird Ihnen der Arzt Kortison verordnen. Doch das
Kortison kann die Entzündung nur zeitweise bannen.
Schwellen die Augen wieder an, wird der Arzt eine Magnetresonanztomographie
anordnen, um zu erkennen, ob die Augenmuskeln und das Fettgewebe in den Augenhöhlen
entzündet und angeschwollen sind.
Ist das Augenleiden besonders schwer, erfolgt nun eine
Strahlentherapie mit niedrig dosierten Strahlen. Von den Schläfen her wird die Spitze der
Augenhöhlen beidseitig mit ionisierenden Strahlen in zehn bis zwanzig Sitzungen
bestrahlt. Der vordere Raum der Augenhöhlen und damit das Auge selbst bleiben von der
Bestrahlung verschont, so daß ein Trüben der Linse im allgemeinen nicht vorkommen kann.
Basedow-Patienten erspart man die übliche Markierung im
Gesicht, indem man eine Maske anfertigt, und auf diese werden die Bestrahlungsfelder
aufgezeichnet.
Sollten all diese Maßnahmen noch immer nicht zum Ziele
führen, kann auch hier ein operativer Eingriff helfen, das normale Sehen zu erhalten und
die großen Augen zu verkleinern.
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